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Leseproben

Kassensturz im Klimpertal


Beschreibung

Geld ist nicht gleich Geld. Plastik oder echtes Geld. Welches wird überleben?!


Verlag:© copyright by Silvia Möbius

Leseprobe

Kassensturz im Klimpertal
Wild entschlossen kämpfte eine Euromünze um ihr überleben. Richard Münze hatte er sich selbst benannt, seine Freunde kannten ihn nur unter seinem wahren Namen, der Einer.
Früher konnte Richard Münze die ganze Welt bereisen, auf seiner Wanderschaft durch die Geldbörsen und Kassen, den Spardosen und Hosentaschen vieler verschiedener Menschen aller Nationalitäten. Doch damit ist nun Schluss,denn heut zutage wird nur noch mit Plastik bezahlt.
Niemand hat auch nur noch einen Cent in der Tasche, selbst ein Kaugummi wird mit einer Kreditkarte bezahlt. Was ist nur aus der Zeit geworden, als Kinder ein Geldstück auf die Theke legten und freudestrahlend auf die gefüllt Tüte mit Süßigkeiten schauten. Er vermisste das liebliche klimpern in einer Registrierkasse. Die enge in einer prall gefüllten Geldbörse, die Gespräche mit den anderen Münzen egal aus welchem Land sie kamen.
Richard dachte an seine metallenen Freunde, die vielen Rutschpartien durch die Geldzählmaschine, das anschließende gerollt werden, immer 40 Münzen in eine. Die Streitgespräche mit den Geldscheinen, wer denn mehr wert sei und auch die Erlebnisse, als er mal verloren ging und unter Schmutz und Dreck vergraben lag, bis ihn eine alte Dame zufällig fand. Ja, das waren noch Zeiten.
Richard Rubel lag in einer alten Metalldose, in einem Regal, ganz hinten auf dem obersten Brett. Viele seiner Leidensgenossen lagen um ihn herum und hatten schon vor Jahren ihre Stimme verloren. Sie schienen zu schlafen oder taten zumindest so als ob.
Richard Münze schloss die Augen und versuchte sich schöne Zeiten zurück ins Gedächniss zu rufen, doch es gelang ihm nicht.
Also überlegte er, was passieren müsste, damit er wieder gebraucht würde.
Die Regierung eines Landes lies auf großen Plakaten bekannt geben, dass ab sofort wieder mit der alten Währung bezahlt werden könne. Jeder wurde dazu aufgerufen, seine Scheine und Münzen hervor zu holen und damit seine täglichen Dinge zu bezahlen. Alle kramten in längst vergessenen Truhen und Koffern, auf dem Speicher, im Keller oder in der Garage. Jeder von den Menschen erinnerte sich daran, das er noch richtiges Geld besaß.
Sonnenstürme tobten schon seid langen Wochen und wollten nicht enden. Die Telefone streikten, Flugzeuge konnten nicht fliegen und die gesamte Elektronik spielte verrückt. Computer stürzten immer häufiger ab und die Menschen schienen immer panischer zu werden. Immer öfter konnten die Menschen ihre Einkäufe nicht bezahlen, da durch die Stromausfälle die Kreditkartenlesegeräte nicht funktionierten. Es brach überall Panik aus, denn die Lebensmittel, das Benzin und vieles mehr ging immer mehr zur Neige. Der reichste Mann der Welt konnte nichts kaufen für sein Plastik und auch er kam immer mehr ins Schwitzen. Ganz schlaue Köpfe steckten diese zusammen um Lösungen für dieses Problem zu finden, doch auch ihnen gelang es nicht. Mittlerweile wurde es so schlimm, das kaum noch Strom erzeugt werden konnte und die Menschen des Abends bei Kerzenschein zusammen saßen, da ja auch kein Fernseher lief. Sie redeten wieder mehr miteinander und einige entdeckten sogar wieder Brettspiele und Bücher.
Ach ja, Bücher, ein Ort des Wissens und der Unterhaltung. Richard Münze erinnerte sich an die schöne Zeit, die er in einer Kasse in einem Buchladen verbrachte.


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