Silvia's kleine Lese-Ecke
Home
News
Portrait
Leseproben
Kontakt
Gästebuch
Galerie
Sonstiges
Links
Impressum

Valid HTML 4.01 Transitional

Valid CSS!

Leseproben

Felix wieder unterwegs


Beschreibung

Weitere Abenteuer von Felix, der 1 Euromünze


Verlag:© copyright by Silvia Möbius

Leseprobe

Felix wieder unterwegs
Felix steckte nun in diesem Album und war sehr traurig. Er träumte wieder einmal von der Sonne, von dem herrlichen Strand und immer gerne von den Streicheleinheiten des blinden Mannes, der ihn so behutsam und zärtlich betastete. Die Zeit verging und Felix steckte noch immer in diesem Album.
Eines Tages aber, wurde es wieder hell, denn ein etwa 12 jähriger Junge schaute gespannt über alle Münzen. Er nahm einige heraus, betrachtete sie und steckte sie behutsam wieder zurück.
Der Münzsammler schenkte seinem Enkel das Münzalbum, mit all den verschiedenen Münzen aus allen 15 Ländern, in denen mit dem Euro bezahlt wurde. Der Junge machte sich aber nicht allzu viel aus der Sammlung, also nahm er einfach alle Münzen heraus, als sein Großvater gegangen war und warf sie alle in eine alte Blechdose. Laut scheppernd fiel Felix mit allen anderen hinein und schon wurde es wieder dunkel, als der Deckel zuklappte. Nun war Felix von einer Dunkelheit in die Andere geraten und wer weiß, wie lange es nun dunkel bleiben würde.
Gerade mal 2 Tage, dann öffnete sich die Blechdose und der Junge schüttete alle Münzen in einen kleinen, braunen Lederbeutel. Sein Großvater war abgereist und nun wollte sich der Junge seinen Wunsch erfüllen.
Einen neuen Fußball, den wünschte er sich schon so lange, nun konnte er sich endlich seinen Wunsch erfüllen. Er ging in ein Geschäft, suchte sich den schönsten Ball aus und bezahlte ihn mit all seinen Münzen. Eigentlich waren es einige Münzen zu wenig, aber der Mann im Geschäft, kannte den Jungen und deshalb bekam er seinen Ball etwas günstiger.
Lange hatte der Junge einen ganz bestimmten Ball im Kopf, fand ihn aber nie. Endlich fand er ihn in dem Sportgeschäft und träumte lange davon, diesen zu besitzen. Weiß mit roten und grünen Flecken darauf. Sicher brachte er seinen Ball nach Hause, in einem Netz, so konnte er ihm nicht aus der Hand fallen.
Felix hätte schreien können vor Glück, aber er und all die anderen Münzen freuten sich so sehr über die Tatsache, dass sie wieder in einer Kasse waren, dass sie sich ganz schnell mit den anderen Münzen in den Fächern anfingen zu unterhalten und nicht mehr an die düsteren Zeit dachten.
Man musste sich ja schlau machen, was in der Zwischenzeit so alles passiert war. In dieser Nacht fiel Felix in einen ruhigen, sanften Schlaf, wie schon lange nicht mehr. Am nächsten Morgen ging Felix und einige andere Münzen wieder auf Reisen.
Einige Leute kauften Andenken für Zuhause und Felix wanderte in eine schicke, rote Geldbörse. Diese war recht bequem, denn dort waren nur ein paar Münzen mit ihm im Fach. Eine 2 Euromünze, die sich nicht einmal umsah, ein kleiner 5 Cent Namens Fritz und noch zwei 10 Cent Stücke mit Namen Max und Timo, die dafür umso neugieriger waren.
Die fragten den armen Felix dermaßen aus, das der sich eigentlich gerne nochmals zu Antonio zurück sehnte.
Nie wieder in eine Münzsammelmappe, das wünschte sich Felix und hoffte, dass er nicht mehr für längere Zeit in so einem dunklen Verlies sein musste.
Ein Tourist aus Deutschland bekam Felix als Wechselgeld zurück und ohne es zu wissen, ging es wieder in die alte Heimat zurück. Was war seine Freude groß, als er in eine Kasse sprang und mitbekam, das er in München war. Lange blieb er aber nicht und wanderte in die nächste Geldbörse.
Felix traf einige neue Bekannte, den Alois ein 50 Centstück und den Sepp eine freundliche Natur, ein 2 Centstück. Die beiden kamen aus Österreich und wussten wundervolle Geschichten zu erzählen. Felix konnte sich gar nicht satt hören, denn eine Geschichte war lustiger als die andere.
Irgendwann musste Alois gehen und Felix und Sepp redeten nun auch mal über die Abenteuer die Felix erlebt hatte. Felix erzählte von der Südseeinsel, seinem Schicksal in der Schatulle und von Antonio, der Quasselstrippe.
Wehmut überkam ihn, bei all den Erinnerungen, aber nun schaute er nach vorne, auf neue Abenteuer.
Mitten im Satz, öffnete sich die Geldbörse und Felix wurde heraus genommen. Er lag auf einem Tisch mit einer weißen Tischdecke, Blumen in einer kleinen Vase und einer Kaffeetasse darauf. Eine freundliche Bedienung steckte Felix in eine große, schwarze Mappe, in so etwas war Felix noch nie und fand auch gleich etliche neue Münzen vor. Da herrschte ein ständiges kommen und gehen und am Abend war Felix völlig durchgerüttelt noch immer darin.
Die Bedienung machte ihre Abrechnung und zählte alle die Münzen und Scheine. Sie rollte anschließend alle Münzen in Papier und legte sie behutsam in eine Schublade. Felix glaubte schon wieder einmal in eine Bank zu kommen, aber er irrte sich. Am nächsten Tag öffnete sich seine Rolle und alle 1 Euromünzen hüpften erwartungsvoll in die große, schwarze Mappe hinein.
Ein sogenanntes Bedienungsportemonnaie. Es dauerte nun auch nicht lange und Felix wurde erneut auf den schönen, weiß gedeckten Tisch gelegt und eine andere Hand packte ihn mit anderen Münzen in die Geldbörse. Es wurde ziemlich eng darin, da so viele Münzen sich den wenigen Platz teilen mussten.
Keine bekannten Gesichter oder Stimmen konnte Felix erkennen, nur eine kleine französische Münze suchte das Gespräch mit ihm. Da Felix mit Marie so lange zusammen lag, konnte er sich auch prima mit dem Kleinen unterhalten. Serge, hieß die kleine 2 Centmünze und er erzählte von Frankreich und dass er so großes Heimweh hatte. Er habe auch schon so viel von der Welt kennen gelernt, aber er sehnte sich nun doch wieder nach Hause zurück.
Felix konnte das nur zu gut verstehen, denn er war ja jetzt auch erst wieder in die Heimat zurück gekommen. Beide erzählten sich von der eigenen Heimat und welche Orte sie am meisten vermissten. Leider konnten sie sich nicht mehr weiterunterhalten, denn Felix wurde weggeholt und ging auf seine nächste Reise. Ein großer schlanker Mann steckte ihn in seine Hosentasche und Felix lag nun etwas eingeengt in der Falte. Der Mann war ein bekannter Sänger und Schauspieler erzählten die anderen Münzen, die ebenfalls in dieser Hosentasche lagen. Der kommt aus der Nähe von Stuttgart und singt vielen Menschen direkt ins Herz hinein. Damit konnte Felix nicht wirklich viel anfangen, aber er war glücklich, denn er hatte Gesellschaft.
Man unterhielt sich über dies und das, aber man kam sich nicht wirklich näher. Die anderen Münzen waren zwar freundlich aber doch mit einem gewissen Abstand zu ihm. Die hielten sich für etwas besseres, da sie schon eine längere Zeit bei diesen bekannten Sänger in der Tasche lagen. Wie kann man nur so eingebildet sein, auf einen Hosenträger, die sind doch für uns Münzen eh alle gleich.
Felix war das egal, er träumte nochmals von seinen erlebten Abenteuern und von denen, die da hoffentlich noch kommen sollten.
„Wie es wohl Dolores geht und was wohl Fritz gerade macht?“ In seine Gedanken vertieft schlief er friedlich ein. Es gab einen heftigen Ruck und eine Hand holte den gesamten Inhalt aus der Hosentasche und steckte alles in eine andere hinein. Felix konnte gerade noch erkennen, wo er sich befand, in einer Garderobe. So nannten es die anderen Münzen. Die hatten so etwas wohl schon des öfteren gesehen. Ein hübsch eingerichteter Raum mit einem Sofa, einem großen Spiegel an der Wand und einigen Kleidungsstücken auf einem Kleiderständer. Dort warteten die Künstler auf ihren Auftritt und ruhen sich noch etwas aus. Scheinbar hatte der Mann seine Hose gewechselt und nun auf dem Weg zu seinem Ziel, denn sehen konnte man ja nichts durch den Hosenstoff. Was Felix nicht wissen konnte, er war auf dem Weg zu einem Konzert.
Felix und die anderen Münzen hörten plötzlich lauten Applaus und Pfeifen, die Musik fing an zu spielen und Felix freute sich auf sein aller erstes Konzert. Was er und alle anderen nicht wissen konnten, der Mann selbst stand auf der Bühne und fing an sein Publikum zu begrüßen. Er sang anschließend von der Liebe und vielem mehr, die Menschen klatschten Beifall und wollten noch mehr von dem Mann hören. Der aber verabschiedete sich von seinem Publikum und ging von der Bühne ab. Felix mochte diese angenehme Stimme und wurde traurig, als das Konzert für ihn viel zu schnell zu Ende ging. Der Sänger holte erneut alles aus seiner Hosentasche heraus und steckte alles in eine Andere hinein. Nach einer Weile holte er wiederum alle hervor und für Felix kam jetzt der Abschied.
Etwas wehmütig sprang er aus der Hand in eine große, geräumige Kasse und tröstete sich damit, dass er in netter Gesellschaft war. Nun konnte er sich für ein paar Tage in dieser Kasse erholen und sich ausgiebig mit anderen Münzen unterhalten, bis er wieder neuen Abenteuern entgegensah. Ein kleines Mädchen bekam Felix in die Hand und es schaute sich Felix lange und sehr interessiert an, bevor Sie ihn in ihre hübsche, kleine, gelbe Geldbörse steckte.


Leseproben Auswahl